Trommelbauer im Portrait: Fünf Fragen an HM Handmade Drums

Holger Reith von Handmade DrumsFoto: Christoph Behm

Holger Reith von Handmade Drums
Foto: Christoph Behm

Beim Trommelbauer Holger Reith ist der Name „Handmade Drums“ quasi Programm. Mit seinem Background als Schreiner, fertigt er in präziser Qualität und mit Bauteilen höchster Güte individuelle Instrumente. Dass seine Trommeln nicht nur schön aussehen sondern auch toll klingen, hat sich bis in die höchsten Kreise der deutschen Trommlerszene herumgesprochen. Der bodenständige und sympathische Firmeninhaber stand mir für ein paar Fragen Rede und Antwort.

Hallo Holger, wann hast Du mit dem Trommelbau angefangen und wie kam es dazu?

Angefangen habe ich 2007. Es war auf jeden Fall nicht so, dass ich gesagt habe, ich will jetzt Trommeln bauen um diese zu verkaufen. Am Anfang wollte ich mir nur ein 14“ großes Standtom für mein altes 50er Jahre Tromsa Set bauen. Aus Ermangelung an Alternativen entstand dieses aus Zwetschgenholz. Dieser Kessel steht heute immer noch bei mir zuhause herum. Da dies ganz gut klappte, machte ich mich daran, mein erstes ganzes Set zu bauen, welches in der Drums&Percussion Ausgabe 2/2009 ausgiebig und mit sehr gutem Ergebnis getestet wurde. Meine aktuelle Neuerung sind eigene Kessel in Segment-Fertigung.

Du baust aber vor allem Kessel in Fassbauweise. Erklär doch bitte mal kurz die Unterschiede zu anderen Kesselvarianten, wie zum Beispiel zu den weit verbreiteten kreuzverleimten Kesseln.

Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass der (durch die Herstellungsart bedingte) Leimanteil bei Fassbaukesseln wesentlich geringer ist als bei Schichtholzkesseln. Dies wirkt sich wiederum auf das Schwingungsverhalten der Kessel aus. Was jetzt nicht heißen soll, dass Schichtholzkessel schlechter klingen, sie klingen einfach anders. Trommeln aus Fassbauweise haben, in rein akustischen Spiel-Situationen, den weiteren Vorteil, dass sie auch ohne Mikrofonierung voll klingen und als präsenter wahrgenommen werden. Allerdings muss der Spieler, bedingt durch die dickeren Kessel, auch etwas mehr Gewicht beim Transport auf sich nehmen.

Die große Auswahl… HM Snaredrums verschiedener Hölzer. Foto: Christoph Behm

Die große Auswahl…
HM Snaredrums verschiedener Hölzer.
Foto: Christoph Behm

Neben heimischen Hölzern wie Eiche und Buche kann man bei Dir auch den „kompletten Obstgarten“ und einige exotische Hölzer aus aller Welt in Form von Trommeln erwerben. Gibt es von Deiner Seite aus besondere Holz-Empfehlungen für die individuellen Klangwünsche der Kunden?

Hier kann ich aus eigener Erfahrung empfehlen: Wer eine Trommel sucht, die über mehr Bassanteil verfügt, ist mit einem Kessel aus Mahagonie, Buche oder auch Europäische Kirsche gut bedient. Für einen offenen Sound mit stimmigen Mitten wäre Ahorn-, Birken-, Apfel-, Shee-Oak-, oder auch Olivenholz meine erste Wahl. Wer eine durchsetzungsfähige, laute Snaredrum sucht, jedoch auch auf einen differenzierten Sound nicht verzichten will, dem empfehle ich Jarrah- oder auch afrikanisches Zeprano-Holz.
Ich habe auch schon Trommeln aus Elsbeere, Speierling, Fasseiche, Birnbaum, Zwetschge, Mirabelle und Lauro Fire (Snakeskinwood) gebaut. Wobei ich jedoch anmerken möchte, dass die Wahl der Holzart nur ein Teil des Sounds einer Trommel ausmacht. Denn die Verarbeitungsqualität des Kessels und auch die Form der Gratungen und des Snarebeds ist ein wesentlicher Faktor, ob eine Trommel klingt oder nicht.

Wo kann ich denn als interessierter Kunde ein HM Drumset oder eine HM Snaredrum anspielen und erwerben?

HM Customdrums sind bei meinen Vertriebspartnern Drumcenter Köln und Drumstation Maintal anspielbereit und können dort natürlich auch erworben werden. Oder man kommt, nach telefonischer Vereinbarung, einfach bei mir zuhause vorbei. In meinem Showroom habe ich das ein oder andere Set und diverse Snaredrums zum Anspielen, bzw. auch zum Kauf bereitstehen. Und bei einer Tasse Kaffee lässt sich dann vielleicht das Traum-Schlagzeug oder die Traum-Snaredrum planen. Ich freue mich über jeden Besuch.

Eine HM Stave Snare aus Apfel-Holz. Foto: Christoph Behm

Eine HM Stave Snare aus Apfel-Holz.
Foto: Christoph Behm

Wie verbreitest Du die Marke Handmade Drums, nutzt du vorrangig Mund-zu-Mund-Propaganda oder auch soziale Medien wie Facebook und Twitter?

Wie schon erwähnt, ist durch die Präsenz in verschiedenen Musikläden und auch in diversen Fachzeitschriften der Bekanntheitsgrad meiner Trommeln gestiegen. Neben meiner regulären Website bin ich auch auf Facebook mit meiner Seite Handmade Custom Drums vertreten. Hier kann man sich ebenfalls Informationen einholen und immer die neusten Bilder meiner Drums anschauen.
Wobei die Mund-zu-Mund-Propaganda nie zu unterschätzen ist. Dieses Jahr bin ich zum ersten Mal (vom 12. bis 15. März) in Frankfurt auf der Musikmesse „Pro Light & Sound“ in Kooperation mit der Firma BAGBEAT vertreten. Wer mich besuchen will, kann gern in Halle 3.0 / Reihe A / Stand 79 vorbeischauen.

Vielen Dank für die Infos und weiterhin viel Erfolg!

weblink: www.handmadedrums.de

Die HM Oliven Snaredrum in 13×7 im Spieltest

Die HM Fasseiche Snaredrum in 14×6,5 im Spieltest

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